Instant-Blase im MICE-Einkauf

Direktbuchung derzeit noch heiße Luft und ohne Akzeptanz

(Attenkirchen, 26.04.16) Keine Akzeptanz finden die derzeitigen Direktbuchungsangebote auf dem MICE-Markt. Kunden und Hotels bemängeln fehlendes Konzept und unreife Technik.

„Das ist alles noch nicht ausgereift. Momentan kann kein Kunde einen Tagungsraum direkt buchen, auch wenn es so erzählt wird. Derzeit funktioniert die Direktbuchung eher wie eine Einbahnstraße. Zwar werden Verfügbarkeitsinformationen via Schnittstelle und in Echtzeit vom Hotel zum Portal geliefert, zurück in das Hotelsystem ist jedoch der Weg noch nicht gebaut“, äußert sich Josephine von Brühl, Geschäftsführerin der MICE Portal GmbH, zum derzeitigen Hype um die angebliche Direktbuchung.

Gespräche mit den Partnerhotels des MICE-Portals zeigen zudem, dass dies vom Großteil der Hotels noch nicht gewünscht ist. „Die Technik wird als unausgereift bewertet. Noch immer muss ein Bankett-Mitarbeiter händisch Verfügbarkeiten eintragen und Buchungen bestätigen. Diese Scheinschnittstelle schafft momentan keine Erleichterung für die Hotellerie und wird daher mehrheitlich abgelehnt“, erklärt Max von Brühl, Abteilungsleiter Einkauf bei der MICE Portal GmbH.

Freigabeprozesse sind Standard – selbst bei kleinen Veranstaltungen

Klare Einkaufs- und Freigabeprozesse sind in Mittelständischen Unternehmen die Regel. Eine Optionsfrist – auch wenn diese nur 24 Stunden beträgt – ist daher notwendig. Direktbuchungen sind hier irrelevant. „Die wenigsten Bucher verfügen über eine Handlungsvollmacht oder gar Prokura, die eine direkte Buchung, sozusagen instant, überhaupt ermöglichen würde“, erklärte Josephine von Brühl.

Kleiner Markt für Direktbuchungen vorhanden

Der Schwellenwert eines Genehmigungsprozesses liegt im Durchschnitt bei 500 €. „Ca. 13% aller Buchungen in unserem System bleiben unter diesem Schwellenwert. Es gäbe also einen Markt dafür, allerdings würden sich bei diesen niedrigen Werten keine nennenswerten Umsätze generieren lassen. Hier bleibt die Frage, ob sich Instant Booking dann noch finanziert“, fügte Frau von Brühl hinzu.

Prozessoptimierung im Fokus

Die neutrale Information der Verfügbarkeit ist für alle Beteiligten sehr wertvoll. Hier müssen aber noch wirkliche Schnittstellen geschaffen werden. Das MICE Portal wird diese für eine weitere Prozessoptimierung und qualifiziertere Anfragen in Richtung Hotellerie erarbeiten und einsetzen. Für die Bucher stehen im Moment eine einfache und intuitive Planung der Tagung, direkter Kontakt zum Hotel, Realisierung von Sonderwünschen und hohe Flexibilität bei Änderungen im Vordergrund.